GelenkeSchulterluxation

6. Januar 20220

Der Begriff Luxation definiert einen pathologischen Sprung des Knochenkopfes aus der Glenoidhöhle mit einer Verletzung des Funktionszustands des Gelenks. Aufgrund bestimmter Merkmale der anatomischen Struktur, die eine hohe Mobilität ermöglicht, kommt es häufig zu einer Luxation des Schultergelenks. Die Behandlung traumatischer Veränderungen sollte rational sein und Maßnahmen umfassen, um ein wiederholtes Herausspringen des Humeruskopfes zu verhindern.

Strukturmerkmale

Das Schultergelenk ist ein recht komplexer Bestandteil des Bewegungsapparates. Der Humeruskopf ist kugelförmig und passt in den Hohlraum, der von den Gelenkflächen von Schlüsselbein und Schulterblatt gebildet wird. Die strukturellen Merkmale bieten eine hohe Mobilität mit der Möglichkeit, Handbewegungen in 3 verschiedenen Ebenen auszuführen. Das Lösen des Kopfes aus der Höhle wird durch eine zusätzliche Stärkung und Stabilisierung mit Hilfe der Knorpellippe verhindert, die die Tiefe der Höhle, Bänder und Muskelsehnen erhöht.

Das Herausspringen des Humeruskopfes aus der Depression ist das Ergebnis der Implementierung von zwei pathogenetischen Mechanismen, zu denen gehören:

  • Lockerung oder Beschädigung von Strukturen, die für Schulterstabilität sorgen und das Entweichen des Kopfes verhindern.
  • Erhebliche Krafteinwirkung auf Bänder, Sehnen und Knorpellippe, insbesondere bei übermäßiger und scharfer Streckung, Abduktion des Armes.

Die gleichzeitige Realisierung zweier pathogenetischer Mechanismen führt zu stärkeren Schäden. Die moderne Behandlung nach Luxation des Schultergelenks berücksichtigt notwendigerweise die pathogenetischen Mechanismen seiner Entwicklung.

Ätiologie

Die Freisetzung des Kopfes aus der Höhle erfolgt unter dem Einfluss mehrerer der häufigsten Ursachen.

Pathologische Schwächung von Bändern, Sehnen oder Verletzung der Knorpellippe, bei der sich eine habituelle Luxation des Schultergelenks bildet. Die Behandlung zielt darauf ab, die Komponenten zu stärken, die das Gelenk stabilisieren. Die Erschlaffung der Bänder ist angeboren (Mutationen, gestörte intrauterine Entwicklung) und erworben (das Ergebnis chronischer entzündlicher oder degenerativer Prozesse mit überwiegender Zerstörung des Knorpelgewebes).

Verletzung, bei der eine übermäßige Abduktion oder Streckung der Schulter mit herauskommendem Kopf realisiert wird. Ein Sturz auf einen ausgestreckten Arm oder eine übermäßige Kontraktion der Muskeln im Hüftgürtel sind häufig. Nach dem Trauma findet überwiegend die Luxation des rechten Schultergelenks statt. Die Behandlung umfasst zunächst eine Reduktion, dann gegebenenfalls eine konservative Therapie oder eine Operation.

Bei unsachgemäßer Reposition oder fehlenden adäquaten Therapie- und Rehabilitationsmaßnahmen kann sich eine Instabilität des Schultergelenks entwickeln. Die Behandlung kann in diesen Fällen eine nachfolgende Operation umfassen.

Es ist nicht schwer, die Entwicklung einer Luxation zu vermuten. Sie wird in der Regel von starken Schmerzen sowie einer Formveränderung der Schulter begleitet. Mit jedem Wiederaustritt des Kopfes vor dem Hintergrund der Instabilität nimmt die Schwere der Schmerzen ab. Die klinischen Symptome hängen von der Art der Luxation ab:

  1. Unvollständiger Austritt (Subluxation) – der Austritt des Kopfes ist teilweise, Schmerzen können praktisch fehlen, es wird eine leichte Abnahme der Mobilität festgestellt. Bei Verdacht auf eine Subluxation des Schultergelenks wird die Behandlung durch einen Arzt erst nach bildgebender Diagnostik der inneren Strukturen verordnet.
  2. Voller Austritt – Der Austritt und die häufige Verschiebung des Kopfes werden bestimmt, was sich in starken Schmerzen und Verformungen äußert. Nachdem eine komplette Luxation des Schultergelenks festgestellt wurde, beginnt die Behandlung immer mit der korrekten Reposition.
  3. Komplizierte Luxation – Beim Austritt des Kopfes werden nahegelegene Gewebe (Nerven, Bänder, Blutgefäße, Kapsel) traumatisiert. Vor dem Hintergrund von Schmerzen und Deformitäten treten Anzeichen von Komplikationen auf (beeinträchtigte Hautempfindlichkeit, Hämatome). Die Behandlung umfasst in diesem Fall notwendigerweise Maßnahmen zur Wiederherstellung beschädigter Strukturen.

Es ist möglich, die Art der Veränderungen und das Vorhandensein von Komplikationen nach einer zusätzlichen diagnostischen Untersuchung (Röntgen, Tomographie) genau festzustellen.

Erste Hilfe

Wenn eine Person zum ersten Mal eine traumatische Schulterluxation hat, kann sie nicht unabhängig angepasst werden. Damit verbunden ist ein hohes Risiko für Komplikationen, insbesondere Schäden an großen Nervenstämmen, Blutgefäßen, Kapseln. Eine angemessene Erste Hilfe ist die Ruhigstellung (Immobilisation) der Hand. Dazu wird ein Tuch (Schal) verwendet, das um den Hals gebunden wird. Der Unterarm wird so auf das Unterteil gelegt, dass er am Ellenbogengelenk in einem Winkel von 90° angewinkelt ist.

Nach der Ruhigstellung muss die Person zu einem Facharzt gebracht werden, der eine weitere Behandlung verordnet. Bei einer gewohnheitsmäßigen Luxation, die nicht das erste Mal ist, erfolgt die Reposition in der Regel selbstständig.

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